Ich habe mich jetzt schon wieder seit einer Weile nicht gemeldet. Viel ist allerdings nicht passiert (oh Gott ja, mein Leben hier ist so langweilig - es geht).
Das vergangene Wochenende war Muttertag und eigentlich mag ich diesen Tag nicht, weil ich finde, man sollte seiner Mama nicht nur ein Mal im Jahr sagen, wie lieb man sie hat. Trotzdem finde ich es irgendwie schön, dass man daran erinnert wird. Ich bin sehr sehr weit weg von meiner Mama (und allen anderen), vermutlich hätte das heimwehtechnisch schrecklich ins Auge gehen können, allerdings war ich von Freitagmittag bis Sonntagmittag alleine mit meinen Kleinen, da meine Gasteltern mit Verwandten einen Ausflug machten. Für ein kleines Entgeld macht man so etwas natürlich gerne, auch wenn ich wusste ich würde mich einige Male dafür Ohrfeigen wollen.
Den Freitag verbrachten wir wie jeden anderen auch, nur dass meine Gasteltern dieses Mal nicht um 7pm nach Hause kamen, um mich zu erlösen. Stattdessen musste ich die kleinen ins Bett bringen, ebenso am Samstag. Das gepaart mit dem frühen Aufstehen wegen Arztterminen etc hat mir meinen verdienten Schlaf geraubt, aber alles in allem war es ein spaßiges Wochenende.
Als meine Gasteltern gestern wieder kamen, war die erste Reaktion von meinem Gastvater 'Selina, lebst du noch??' Während meine Gastmutter nur meinte 'Wie wars?' Und als ich meinte 'Alles in allem ganz cool eigentlich' hat sie nur gesagt 'deswegen lieben wir dich, du siehst immer das große Ganze. Das ist eine so tolle Eigenschaft, die dir im Leben echt helfen wird'.
Da ist mir erst richtig bewusst geworden, wie sehr das stimmt. Ich erinnere mich noch, wie ich mich früher an kleinen Dingen aufgehangen habe, als wäre das der Weltuntergang. Und auch jetzt noch rege ich mich über Kleinigkeiten auf, aber wenn man mich dann fragt, wieso ich mir das antue, dann kann ich nur sagen, dass es das alles Wert ist. Dass es unendlich viel Freude bereitet.
Und wenn ich schon dabei bin, wisst ihr was noch interessanter ist? Als ich her kam, hatte ich eine Vorstellung im Kopf, von dem, was ich später machen wollte. Die hat sich über die Zeit so sehr verändert, dass ich jetzt, wo es um die Bewerbungen für Unis etc geht, genau wieder an dem Ausgangspunkt angekommen bin. Wie Lone dazu gesagt hat 'na immerhin hattest du einen Prozess' und das stimmt. Immerhin habe ich drüber nach gedacht, immerhin hat sich etwas bewegt.
Wie viel sich aber tatsächlich bewegt hat, werde ich wohl erst bemerken wenn ich wieder zuhause bin. In letzter Zeit freue ich mich unendlich darauf.
In 25 Tagen sind meine Eltern zu Besuch, dann habe ich sie nach 11 langen Monaten endlich wieder. Irgendwie wurmt es mich, es nicht ganz ohne sie geschafft zu haben, wisst ihr was ich meine? Wenn meine Eltern dass hier lesen denken Sie wahrscheinlich eher, dass ich es geschafft hätte, aber sie nicht (und nach zwei Wochen würdet ihr mich am liebsten wieder los werden, haha).
Wisst ihr was ich glaube? Ich glaube, man verändert sich durch ein Auslandsjahr gar nicht so drastisch. Hauptsächlich nimmt man sich endlich als die Person wahr, die man ist. Ich habe mich immer eingeschätzt als schüchtern, unsicher und planlos. Ich war immer die, die keine Stimme hatte, nichts zu sagen, null Autorität. Aber eigentlich ist es einfach nur so, dass ich nicht gerne kommandiere. Ich könnte das Ruder in die Hand nehmen, aber meistens will ich das einfach nicht. Nicht, weil ich Angst davor habe, sondern weil ich mir die Arbeit erspare.
Ich dachte immer, ich bin nicht dazu fähig, mich mit Freunden zu streiten (ob das gut oder schlecht ist kann man diskutieren), aber in Wirklichkeit kann ich, wenn ich will. Wie oft ich mich mit den kleinen streiten könnte, wenn ich wollte. Das Ding ist einfach, dass ich nicht will. Weil ich keinen Sinn drin sehe. Sollen die beiden sich doch anbrüllen weil der eine den anderen bei Mariokart auf einer Banane hat ausrutschen lassen. Was soll ich mich da großartig einmischen?
Ich glaube, man wird sich einfach darüber bewusst, wer man ist. Und die meisten Menschen haben das alles schon vorher in dir gesehen.
Vielleicht ist das auch Schwachsinn, aber wenn man an meine Theorie glaubt, dann sind die Aussichten auf bestehende Freundschaften und Beziehungen in der Heimat viel größer. Also hoffe ich für mich selbst, dass es nicht meine Persönlichkeit ist, die sich verändert hat, sondern meine Ausstrahlung.
Und nach den heutigen Montagsgedanken ein paar Bilder vom Mai, wild zusammen gewürfelt.
Let's go Mets! First baseball game ever for me.
Coney Island...
... With Michelle.
My little one is going to Waldorf next year.
My girl and my puppy <3
Watched my girl playing soccer - they lost :(
My bilingual puppy knows how to high five. You can see the whole video on Instagram (lino1996) or Facebook.
Ok, das war es von mir. Das nächste Mal hört ihr von mir, wenn ich braun gebrannt bin, hoffe ich. Das Wetter ist jetzt schon Top, aber Gelegenheit zum bräunen gab es kaum. Das ändert sich hoffentlich bald. Wir lesen uns soon! :)







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