Donnerstag, 15. Januar 2015

Cali, here we come!

Es dauert zwar noch eine Weile, aber dennoch sind wir alle schon fleißig am Planen, was wie und wann und wo im Reisemonat unternommen wird.
Gebucht haben wir (Lina, Jonas, Merle und ich) die California Sun Tour von AuPair-Adventures für den Juli. Das wird eine so unnormal schöne und intensive Zeit, was wir alles für einen Quatsch vor haben! Die ganze Sache ist natürlich nicht sehr Geldbeutel-schonend, aber man sagt ja immer, dass Abenteuer und Erinnerungen unbezahlbar sind.
Nach der organisierten Tour wollten Jonas, ich und vielleicht Merle noch einen selbst zusammen gebastelten Roadtrip machen, unter anderem nach Arizona und Texas. Jetzt sind wir noch auf der Suche nach Mitfahrern, also falls hier ein Au Pair mitliest und er oder sie Lust hat, meldet euch einfach hier oder bei Facebook oder sonst wo :) Je mehr, desto besser. (Unser Reisemonat ist vom 06.07 bis 05.08)

Zusätzlich zu den News habe ich nich gesundheitliche. Haha, das hört sich schrecklich Ernst an, dabei habe ich wirklich nur eine Erkältung. Trotzdem, ich wollte dieses Jahr eigentlich gar nicht krank sein, stattdessen schleppe ich jetzt diesen netten Schnupfen mit mir rum.. Immerhin bin ich noch arbeitsfähig, krank feiern gibt's für mich nicht (ich hab mich schließlich mit Migräne im Supermarkt beworben, wurde eingestellt und habe mich auch danach öfter mal mit Kater zur Arbeit geschleppt). Ich hab da vielleicht einen kleinen Schaden, aber so ist das nun mal.

Mein Kleiner ist grade beim Dreh seiner TV Show. Ich bin nicht sicher, ob ich das erzählt habe, aber mein kleiner Schauspieler hat eine Rolle in der Serie 'Forever' (läuft auf ABC) ergattert, wenn auch nur eine kleine. Wir sind alle maximal stolz, weil es nach der Staffelfinal-Folge bei Law&Order der erste größere Dreh für ihn ist (er macht das ja auch erst seit maximal zwei Jahre, glaube ich).

Ach, und gestern war mein erster Tag, an dem ich die kids ins Bett bringen musste! Meine Gasteltern waren bis 23Uhr aus und somit hatte ich die Aufgabe, sie um 21Uhr ins Bett zu kriegen. Schön nur, dass sie normalerweise so lange Terror machen, bis sie es auf ca 22:30 ausgereizt haben.
Gestern verlief dann alles überraschend reibungslos. Ich glaube mein Kleiner hatte realisiert, dass heute ein wichtiger Tag ist und ist deswegen freiwillig schlafen gegangen. Meine Kleine hingegen war der festen Überzeugung, nicht ohne Mami einschlafen zu können. Ich habe mich dann zu ihr ins Bett gelegt und Victorious/Big Time Rush geguckt, bis sie um 22Uhr tatsächlich am Schlafen war. Beinahe wäre ich mit ihr eingeschlafen, ich habe es dann aber doch noch geschafft, in mein Bett zu krabbeln. Ich und Stella in ein Bettchen gekuschelt, das wäre für meine Gasteltern sicher ein Bild für die Götter gewesen.
Ich war so stolz auf mich gestern, dass ich seitdem wieder neue Energie habe. Die ganze Planung des Reisemonats gibt mir (und den anderen scheinbar auch) allen das Gefühl, schnell wieder nach Hause zu wollen. Wir haben nicht mehr so viel Lust in letzter Zeit, wollen nur noch Reisen und erleben. Wir machen unseren Job jetzt seit sechs Monaten, auch ich, die mittendrin die Familir gewechselt hat, ist jetzt im Alltag angekommen. Nicht in dem 'Ok, langsam hab ich rauswies hier der Hase läuft'-Alltag, sondern der 'Ich könnte dir im Schlaf meinen Wochenplan aufsagen'-Alltag (manchmal sehr hilfreich, ich schlafwandle nämlich oft durch den Morgen, so müde bin ich).
Und so hangeln wir uns von Wochenende zu Wochenende, freuen uns auf geplante Trips und Urlaubstage, Feiertage und andere kleine Dinge, die den Alltag dann doch etwas abändern.
Wir sind bereit für den Sommer, gleichzeitig gibt es eine kleine Stimme in meinem Kopf (momentan sehr klein), die mir sagt, ich muss die letzten Monate genießen. Sobald der Abschied kommt, werde ich das alles vermissen. Ich kann mir für den Moment nichts schmerzhafteres vorstellen, als nach Hause zu gehen, aber trotzdem ist es nicht genug, um zu verlängern.

Meine LCC wollte heute wissen, wie ich zum Thema Verlängern stehe. Mit meinen Gasteltern witzle ich eher darüber, dass ich die nächsten fünf Jahre bleibe, aber für mich selbst habe ich entschieden, nur ein Jahr zu bleiben. Auch wenn das bedeutet, dass ich nur neun Monate mit dieser wundervollen Familie verbringen kann. Würde ich verlängern, dann nur mit dieser Familie. Weil ich genau weiß, dass niemand Ihnen das Wasser reichen kann. Viele Au Pairs sind glücklich mit ihren Familien. Ich habe mich während meinen ersten Wochen in den USA oft gefragt, wie es sich anfühlt, das perfekte Match zu haben (ich wusste ja von Anfang an, dass perfekt anders war als meine erste Gastfamilie). Jetzt weiß ich es. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich fühle wie zuhause. Ich bin willkommen, ein Teil der Familie, sogar in die Namensfindung des Hundes mit eingebunden. Ich nenne diesen Ort mein Zuhause, weil es sich so anfühlt.
Aber jeden Morgen, besonders an den Wochenenden, muss ich mit mir selbst diskutieren. Ich schätze ab, wer Zuhause ist, wann ich zum Frühstücken gehe und worüber ich mich unterhalten kann.
Ich vermisse das Gefühl, aufzustehen, im Pyjama nach unten in die Küche zu stapfen und mir mein Frühstück zu machen. Mich auf die Couch zu werfen, Fernsehen zu gucken und nicht darauf zu achten, wie ich wirke. Ich weiß, meine Gastfamilie ist ein verrückter Haufen, genau wie meine Familie in Deutschland. Aber trotzdem ist alles anders. Ich kann unglaublich viele Parallelen ziehen, meine Eltern mit meinen Gasteltern vergleichen, ebenso unglaublich viele Gemeinsamkeiten zwischen mir und meinen Brüdern und den drei Kids finden. Als wäre das eine etwas abgeänderte Form meiner Familie. Die amerikanischen Düsis. Oder sind wir die deutschen Fr.'s?

... Alles klar, ich habe mir alles von der Seele geschrieben, haha.
Ihr hört sicher von mir, spätestens wenn ich über unseren kleinen Familienzuwachs berichten werde!
Bis dahin, Byebye :)


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