Gestern ging es dir dann auch schon besser, zwar war sie sehr ruhig, aber sie war deutlich besser zufrieden. Zum Abend hin wollte ich dann eigentlich ausgehen, was ich mir dann noch anders überlegte, weil ich so müde war. Also blieb ich zuhause, lag in meinem Bett und sah mir Gossip Girl an, als ich Cutie irgendwann hörte. Sie machte Geräusche, als würde sie keine Luft kriegen. Ich glaube, ich war noch nie so schnell auf den Beinen. Gefunden habe ich sie dann im Flur, auf der Seite liegend, um Luft ringend. Weil ich aber nichts finden konnte, was ihre Atemwege versperrte, habe ich sie nur aufgerichtet, kurz ging es wieder, aber dann hörte ich sie wieder kämpfen. Ich habe sofort einen Tierarzt angerufen, der mir (sehr unfreundlich und desinteressiert, danke nochmal dafür...) erklärte, ich könne nichts mehr tun.
Ich habe daraufhin nur neben ihr sitzen/liegen können, habe meine Gasteltern informiert, welche sofort Verwandte her schickten. Dann habe ich meine Eltern geweckt, ich musste in dem Moment einfach mit Ihnen reden, ich war vollkommen überfordert, aufgelöst und innerlich so zerbrochen wie seit dem Tod meiner Tante nicht mehr..
Ich habe Cutie so gut es ging in den Arm genommen und versucht sie zu beruhigen, habe sie gekrault und gestreichelt. Ich bin mir gar nicht mal sicher, ob sie zu dem Zeitpunkt noch hier war, aber als der Schwager meiner Gastmutter am Haus ankam, hatte ich mich schon von ihr verabschiedet. Brian, der Schwager, hat mich dann nur in den Arm genommen und für ein paar Minuten gehalten, mehr nicht. Er hat nichts gesagt, mich nur gehalten. Dazu muss man sagen, dass ich ihn vorher erst einmal kurz getroffen hatte, aber er ist einfach ein so liebevoller, herzlicher Teddybär, ohne die Umarmung wäre ich wahrscheinlich in tausend Teile zerfallen.
Er hat mir dann auch angeboten, mit ihm zu kommen und bei seiner Familie zu übernachten, aber ich bräuchte einfach eine gewohnte Umgebung und da das hier mein Zuhause ist, war es der beste Ort. Er ist noch etwas geblieben, als er gegangen ist habe ich mit Seija geskypt, obwohl es bei ihr ja mitten in der Nacht war. Auch mit Katrin habe ich nachts telefoniert, mich bei meinen Eltern ausgeheult und mir Beistand bei meiner Gastfamilie geholt.
Ich kann nur sagen, dass ich es wahnsinnig schätze, Familie(n) und Freunde zu haben, auf die ich in diesen Momenten zählen kann, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Auch wenn ich allein war, so war ich nicht allein und das war mehr wert als alles andere in diesen Stunden.
Heute Morgen hat Brian Cutie dann abgeholt und zum Tierarzt gebracht. Meine Gastfamilie kommt am Sonntag wieder und kann dann Abschied nehmen, das ist das mindeste.
Den Tag habe ich dann heute bei Katrin verbracht, wir haben Frozen und Findet Nemo geguckt und für ein paar Stunden habe ich alles vergessen.
Ich hatte wirklich Angst, wie meine Gasteltern mit der ganzen Situation umgehen würden. Nicht, dass sie mich beschuldigen oder ähnliches, aber ich habe einfach Tag für Tag gesehen, dass dieser Hund alles für meine Gastmutter war. Sie hat natürlich versucht, stark zu bleiben, denn die beiden Kleinen wissen noch nichts, das hätte nur die Ferien ruiniert.
Meine Gastmutter hat aber einfach so viele Dinge gesagt, die das Gewicht um mein Herz so erleichtert hat. Sie hat gesagt, sie sei froh dass Cutie ihre letzten Tage und Stunden mit einer Person mit mir verbringen durfte, dass mich der Hund sehr geliebt habe und ich ihr den Abschied so schön wie nur möglich gemacht habe, einfach weil ich da war. Sie hat gesagt, dass ich das alles sehr erwachsen und verantwortungsvoll händeln würde und dass ich ein wundervoller und unglaublich starker Mensch sei. Das alles hat mir so viel bedeutet, weil ich erstens weiß was Cutie für sie war und dass sie zweitens nicht mit vielen Menschen so redet. Da habe ich wirklich gespürt, dass ich hier her gehöre.
Cutie, du kannst dir nicht vorstellen wie sehr du mir fehlst, ständig bilde ich mir ein, deine Schritte zu hören, ich warte nur darauf, bis du deinen Kopf durch meine Tür steckst, mich erwartungsvoll mit deinen Augen ansiehst und dann an mein Bett kommst, um mich stupsend und anschmiegend dazu aufzufordern, direkt mit der Kraulerei zu beginnen. Ich habe ständig den Gedanken, dass ich noch mit dir raus muss und als ich eben nach Hause kam, habe ich eigentlich eine Begrüßung von dir erwartet.
Ich muss mich daran gewöhnen, dass du nicht mehr da bist und nie wieder zurück kommst. Aber versprich mir, dass du wartest. Und wenn Hunde nicht in den Himmel kommen, dann ist das auch nicht der Ort, an dem ich mich nach meinem Tod wiederfinden will.
Die ersten Jahre deines Lebens waren hart, doch seit du hier warst, hattest du alles was du brauchtest (und dank meiner Gastmutter wahrscheinlich ab und an sogar noch mehr). You will always gonna be my good girl. Always.

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