Sonntag, 10. August 2014

Martha's Vineyard #2

Hello there :)

Seit einer Woche bin ich nun mit meiner Gastfamilie im Urlaub und es läuft ziemlich gut. Das Wetter ist herrlich und die Beziehung zu den Mädels scheint auch immer besser zu werden. Am Anfang wollten die Mädels nicht mal, dass ich im 'Kids Car' mitfahre, mittlerweile hängen sie mir ziemlich oft an den Fersen :)
Nachdem ich aus dem Basement in mein richtiges Zimmer gezogen bin (4 Betten, freie Wahl!) wollten meine Gasteltern noch mit mir reden. Ich habe mich ziemlich gewundert, aber dachte es wäre eine übliche Bestandsaufnahme.
Tatsächlich wollten sie mich nochmal darauf hinweisen, dass ich ihnen deutlich zu wenig rede. Sie verstünden, dass es schwierig ist, als nicht native speaker, und dass alles neu wäre, aber langsam sollte ich 'reinspringen'.
Das war für mich erst mal ein großer Klotz an Kritik, den ich verdauen musste und wer mich kennt weiß, dass ich Kritik nicht immer gut wegstecke. Ich musste wirklich mit den Tränen Kämpfen und das haben meine Gasteltern sicher gesehen. Ich meine, ich weiß selbst, dass ich nicht die gesprächigste Person bin/war, aber das hat nicht erstrangig mit der Sprache oder der Sympathie zur Familie zu tun. Ich bin halt so, das ist mein Charakter. Ich höre zu, ich verstehe, aber ich gebe nicht viel von mir preis, unaufgefordert.
Trotzdem habe ich mir das natürlich zu Herzen genommen und habe daran gearbeitet, bzw tue es noch immer. Ich finde, ich habe mich schon wirklich verbessert, was den Gesprächsstoff angeht, was man besonders daran sehen kann, dass am Freitag ein paar Verwandte da waren und ich mich erst mal ne Weile mit dem Kopf der Familie (sie wurde mir als 'Thema Queen' vorgestellt, in welchem Verhältnis sie tatsächlich steht habe ich nicht mitbekommen) unterhalten habe, über Deutschland, die USA und Reisen im allgemeinen. Einige der Verwandten fragten mich dann verwundert, ob das mein erster. Besuch in den USA wäre und wie lange ich schon hier sei. Ich antwortete, es sei mein erster besuch und ich wäre seit knapp einem Monat hier. Darauf hin waren sie neugierig, wo ich mein Englisch gelernt hätte, glaubten mir kaum dass es 'nur' Schulenglisch ist. Ich war schon stolz wie Oskar, muss ich gestehen. Denn ich habe manchmal das Gefühl, mich um Kopf und Kragen zu stottern, Grammatik und Zeiten aus den Augen zu verlieren und ab und an Sage ich doch mal invincible statt invisible. Kleinigkeiten vielleicht, aber meiner Meinung nach noch sehr gehäuft, wovon meine Gesprächspartner am Freitag aber nichts mitbekommen haben wollten. Nehme ich dankend an :)

Die Tage am sich sind hier nicht sonderlich spannend, wir Pendeln zwischen unserem Haus, was wir immer zwischen 11:30 und 13:30 verlassen, dann treffen wir meist Freunde der Mädchen (die Familie ist heute allerdings abgereist), gehen zum Strand und/oder zur Arcade, also Spielehalle. Mal gibts was Fischiges zu essen, mal Pizza (sehr oft Pizza!) und mal Cereals, aber das ist es so ziemlich.
Achja und jeden Morgen ein bisschen homeschool, weil die Mädchen ja Ferien haben und man hier scheinbar Angst hat, sie könnten in der Zeit alles verlernen, was sie je gelernt haben. Ich kenne das ja selbst noch, dass man nach den Sommerferien nicht mehr alles wusste, aber entschuldige bitte - ich brauchte die Pause immer, deshalb tun mir die Kids fast etwas leid. Ist aber wahrscheinlich etwas anderes, wenn man damit groß wird und man es nicht anders kennt. Und wahrscheinlich wirklich hilfreich, was die Noten angeht.

Morgen bin ich endlich off duty, ich muss dringend Shampoo und anderen Kram besorgen, i am running low! Ich werde mir wahrscheinlich also einen netten Tag in der Stadt hier machen, mich nach Strandkleidern umsehen, denn ich möchte unbedingt ein Maxikleid haben, auch wenn das für meine Größe vielleicht unvorteilhaft aussieht. Mal sehen!
Dann gönne ich mir was gutes zu essen und muss keine Rücksicht auf die Mädels nehmen, ich sonne mich ohne ständig ein Auge auf die Kids im Wasser zu haben und am Abend treffe ich mich vielleicht mit einem Au Pair aus Washington DC, das ca 30min entfernt Urlaub macht, das steht aber noch in den Sternen.

Hab ich schon erzählt, dass ich heute mit Eistee geduscht wurde? Zum Glück unsweetened, also nicht so klebrig, aber kaum waren wir im Restaurant angekommen und hatten unsere Getränke bekommen, hatte Alexandra ihr Glas auch schon quer über den Table in meine Richtung entleert. War nicht schön, aber selten (wobei mir das auch nicht selten passiert, hatte ich das letzte Mal im New Orleans beim Abizeitungstreff doch auch schon...).
Leider ist meine Hose nicht so schnell getrocknet, weil ich ja saß, weshalb es etwas so aussah, als hätte ich das Bad nicht rechtzeitig gefunden... Mein Gastvater fragte nur 'Huh, still a bit wet?' und hat mir dann fürs Auto ein Handtuch angeboten, auf dem ich sitzen konnte..
Ach ja, was erlebt man nicht alles mit Kindern..

Gestern war das komplette Gegenteil zu diesem schönen Tag. Wir waren am Strand und wollten den Sonnenuntergang sehen, während die Mädels zur Spielehalle wollten und dies und jenes und alles, nur nicht das was wir wollten. Meine Hostmum hatte ihre Mutter alleine gelassen, die braucht aber ab und zu Aufsicht, wenn es um ihren Zucker und sowas geht. Deswegen mussten wir nach Hause zurück, stattdessen haben die Mädels eine gefühlte Ewigkeit rumgezickt und auf dem Weg nach Hausr bis zum Bett ziemlich geschmollt.. Hat mich schon einige Nerven gekostet, aber ich hab ja noch ein paar übrig, für das Jahr.

Ich wünsche euch einen schönen Sommer weiterhin, vielleicht werdet ihr ja irgendwann so braun wie ich ;)






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